Körperertüchtigung mit Kind

Schelmas neues Lustobjekt ist etwa 2 Meter lang, 85 Zentimeter tief und bis zur Sitzfläche 40 Zentimeter hoch. Ursprünglich war dies der Platz für Papi und seine „Recreation des Gemüths“, aber seitdem Schelma stehen, torkeln und neuerdings mit zunehmender Lust auch klettern kann, haben sich die Platzverhältnisse geändert.

Nun sitzt Papi auf dem Boden und beäugt Schelma bei ihren … Tätigkeiten. Diese beinhalten ein wildes Wälzen mit gelegentlichen Kopfstößen gegen die Rückenlehne, ein Robben von einer Seitenlehne zur anderen, ein Kuscheltier-Massaker, bei dem Bärchen, Fröschchen und das Drachenlein in hohem Bogen von der Lehne durch die Luft fliegen und irgendwo mit verrenkten Gliedmaßen liegenbleiben.

In der Pose des Siegers richtet sich Schelma dann auf, blickt triumphierend in den Abgrund und – auch wenn ich beständig versuche, ihr das auszutreiben – setzt zum Kopfsprung an. So in der Art gestaltet sich unser neues Körperertüchtigungsprogramm. Standen zu Beginn noch simple Kraftübungen im Vordergrund, werden nun Koordination und Schnelligkeit trainiert, wenn ich darauf lauere, zu welchem Zeitpunkt Schelma den Absprung wagt und ich sie dann souverän aus der Luft fische.

Zumindest hier kann ich mich auf meine überlegenen Fähigkeiten berufen. Das ist nicht bei allen Übungen der Fall. Beim Krabbeln kopieren Schelma und ich gerade die Hamilton/Rosberg-Rivalität und schenken uns keinen Zentimeter. Nur befürchte ich, dass ich das Tempo nicht mehr allzu lange werde halten können. Leider ist das auch bei einer anderen Übung der Fall: dem Karussell.

An sich ist die Übung sehr simpel. Ich packe Schelma unter den Armen und drehe mich so schnell im Kreis, dass ihre Füße durch die Lüfte schwirren, was ihr scheinbar wieder eines dieser Feuerwerke im Kopf verursacht und demzufolge einen Heidenspaß macht. Leider kann ich mein Feuerwerk im Kopf nicht ganz so sehr genießen und muss mich nach spätestens fünf Umdrehungen setzen. Das ist der Grenzwert, nach dem ich mich noch halbwegs autonom auf den Beinen halten kann.

Wenn Schelma dann mitleidig auf mich schaut, spüre ich die Überlegenheit des Siegers, der vor Kraft platzt. Und sich voller Energie zur Couch bewegt. Das Spiel hat gerade erst begonnen.