Mjam, mjam und die Puddingbeinchen

Schlafen, spielen, essen – ein Kinderleben kann so unkompliziert sein.

Isst das Kind auch gut? Wohl kaum ein Thema beschäftigt Eltern so sehr wie Essen und Verdauung. Wie gut, dass Schelma praktisch ein Allesfresser ist und dies auch mehr und mehr artikulieren kann. In letzter Zeit gehört „Mjam, mjam“ zu ihren Lieblingsausdrücken.

Gehen wir an einem Restaurant vorbei: Mjam, mjam
Begegnet uns jemand mit einer Eistüte: Mjam, mjam
Machen wir Einkäufe im Supermarkt: Mjam, mjam
Es gab schon Nächte, in denen Schelma im Schlaf von „Mjam, mjam“ geredet hat.

Der Ausspruch ist mittlerweile auch einer der wenigen, mit denen man sie mit ziemlicher Sicherheit und ohne Drama vom Spielplatz weglocken kann. Ihre Vorliebe für alles Essbare hat sich auch in Schelmas Entwicklungsbericht niedergeschlagen, den wir die Tage von der Kita ausgehändigt bekommen haben.

Darin heißt es: „Schelma reagiert bewusst auf die Wahrnehmung bestimmter Gerüchte, z.B. reagiert sie freudig erregt bei Essensgeruch. Folgende Lebensmittel schmecken Schelma sehr gut: Kartoffeln, Nudeln, Reis. Fleisch mag sie in der Kita nicht so gerne. Gemüse und Soßen sind bei ihr sehr unterschiedlich. Sie sortiert das, was sie nicht mag, aus.“

„Aussortieren“ klingt schon mal sehr gesittet. Es gab auch schon Zeiten, in denen das, was ihr nicht passte, durch die Luft flog. Dass sie Fleisch in der Kita nicht besonders mag, überrascht uns ehrlich gesagt. Zu Hause knurrt sie mitunter wie ein hungriger Werwolf und schnappt sich das, was nicht schnell genug vor ihren kleinen Fingerchen in Sicherheit gebracht wurde.

Aber wo endet der Genuss und wo beginnt die Völlerei? Wird sich die Lust auf Essen nicht auch auf die Kilos niederschlagen, die auf Papis Armen lasten? Da kommt der nächste Impftermin wie zur rechten Zeit, um Schelmas Maße einer Prüfung zu unterziehen. Und siehe da: Mit 81 Zentimetern ist sie zwar etwas kleiner als der Altersdurchschnitt, die 12 Kilo, die Papi mittlerweile durch die Wohnung trägt, befinden sich aber absolut in der Norm.

„Jetzt bleib so locker wie deine Puddingbeinchen“, sagt die Arzthelferin, als sie die Impfspritze auf Schelmas Oberschenkel zubewegt. Schelma blickt auf. Beim Wort Pudding muss etwas in ihrem Köpfchen Klick gemacht haben. Auf ihrem Gesicht breiten sich die Anzeichen einer freudigen Erregung aus. Sie bemerkt nicht einmal den Einstich der Spritze in ihren Puddingbeinchen. Stattdessen schaut sie die Dame nur mit großen Augen an und jauchzt: „Mjam, mjam.“

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