Go-Go-Gadget!

Wenn ich darüber nachdenke, womit Kleinkinder die Nerven am meisten strapazieren können, fallen mir zuallererst Geräusche ein. Das Schreien empfinde ich dabei nicht einmal als das Schlimmste. Bei Schelma klang das immer wie ein kleines Eselchen und daher sogar recht süß. Damit haben wir sie damals im Krankenhaus schon von anderen Babies unterscheiden können. Viel schlimmer war der Meckerton, der schriftlich schwer wiederzugeben ist, aber aus einem beständigen, monotonen, endlosen Nölen und Winseln bestand, ein bisschen wie ein stotternder Motor. Das hatte nichts mehr von einem kleinen Eselchen und war auch nicht mehr wirklich süß.

Im Moment bedrängen uns in erster Linie die Geräusche fallender Gegenstände. Die würden wir mittlerweile auch mit verbundenen Augen erkennen. Ein eher sanfter Aufprall, mit einem unmerklichen, fast gläsernen Nachklang? Klar, Schnuller. Ein heftiges, kurzes Poltern, gefolgt von einem starken, knallähnlichen Ton beim Auftreffen auf dem Fußboden? Logo, die Wachsmalkreide von Faber-Castell aus einer Höhe von etwa einem Meter.

Leider hatte ich noch nicht den einen Geistesblitz, um daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Dabei sind es oft die Kinder, die ihren Eltern die Idee für wahre Meisterwerke der Kreativität verschaffen. Ansätze gab es durchaus. Als Schelma noch nicht in der Lage war, Dinge zu greifen und der Schnuller daher des nachts unkontrolliert mit diesem unmerklichen, fast gläsernen Nachklang aus ihrem Mund und auf den Fußboden ploppte, zerbrach ich mir über eine Apparatur den Kopf, die davor sorgt, dass der Schnuller einfach im Mund steckenbleibt.

Über den Gedankenstatus ist das Projekt leider nicht hinausgekommen. Später habe ich dann in einem Forum gelesen, dass es so etwas sogar schon geben soll, eine Apparatur, bei dem zwei Gummiringe hinter die Ohren geschnallt werden. Aber irgendwie musste ich dabei an das Cover vom Rammstein-Album „Sehnsucht“ denken und fand, so dringend ist das nun auch wieder nicht.

Seit den unausgegorenen Plänen für einen Klebeschnuller habe ich keine weiteren Pläne in Angriff genommen, dafür gestaunt, auf welche Ideen Eltern für die täglichen Herausforderungen kommen. Dazu gehören u.a.: Bio-Lieferservice für stillende, zu Hause sitzende Frauen, die keine Zeit zum Kochen haben, Sonnenschirme für Kinderwagen, Licht für den Kinderwagen, schwarze Stilleinlagen, Milchabpumpsystem, das unauffällig Milch in eine Flasche abpumpt, z.B. während der Autofahrt, Einmalwickelunterlagen auf einer großen Rolle etc. pp. Mir würde noch ein dritter oder vierter Arm einfallen, aber bislang geht es irgendwie auch so.

Vielleicht müssen die Voraussetzungen nur extremer sein, um eine Idee auch wirklich bis zum Ende konsequent durchzuziehen. Nehmen wir nur den Whisbear, die Gedankengeburt einer polnischen Mutter mit Schreikindern. Verpackt in einen Teddy-Plüschbär steckt eine Apparatur, die aussieht wie ein Feuermelder. Die Geräusche sollen an die Geräusche im Mutterleib erinnern und das Kind beruhigen. Meine Schwiegermutter war von dem Rauschen schon so genervt, dass sie es am liebsten aus der Wohnung verbannt hätte. Als es aber darauf ankam und sie sah, dass der Whisbear wirklich funktioniert, schlug sie Hände in die Höhe, bekreuzigte sich und rief aus: „Es ist ein Wunder, es ist genial!“

Als wir den Whisbear geschenkt bekommen haben, hieß es, dass selbst Prinzessin Kate ihn für den kleinen Prinz George von Cambridge benutzt hat. Und wenn wir nun befreundeten Jungeltern das selbe Geschenk machen, blicken wir beim nächsten Wiedersehen in lächelnde, von Tränen der Dankbarkeit gefüllte Augen. Eltern müssen doch schließlich zusammenhalten!

Hey Leute, cool bleiben. Ich bin da!

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